Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG) – Beispiele

Veröffentlicht in Forgeschrittene, Know How, Rechnungswesen am 27. Mai 2011 von gm – Geben Sie den ersten Kommentar ab

Die richtige Erfassung so genannter “geringwertiger” Wirtschaftsgüter (GWG) im Rechnungswesen ist nicht völlig trivial. Ihre steuerrechtliche Behandlung ist ein Musterbeispiel für den erfolglosen Versuch, Rechtsvorschriften zu vereinfachen.

Ursprünglich (bis zum Jahr 2007) galt eine Wertgrenze von 410,- Euro für die (wahlweise) Behandlung von Wirtschaftsgütern als GWG. Eine solche Vereinfachung dient dem Wirtschaftlichkeitsprinzip im Rechnungswesen. Ohne eine solche Grenze müsste jeder Bleistift und jede Bohrmaschine im Unternehmen in einem Anlagenverzeichnis erfasst und über die (planmäßige) Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Bei einem Bleistift (zur Verwendung in der Verwaltung) leuchtet es unmittelbar ein, ihn bei Anschaffung sofort als Aufwand zu behandeln. Steuerrechtlich gilt hier eine Wertgrenze von 150,- Euro. Liegen die Anschaffungskosten nicht über diesem Wert, wird die Anschaffung direkt als Aufwand (Betriebsausgabe) behandelt. Wie ist aber z. B. mit einer Bohrmaschine für (netto) 300,- Euro zu verfahren? Hier greift die (klassische) GWG-Regel, nach der die Bohrmaschine zwar als Zugang im Anlagevermögen erfasst wird, jedoch im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden kann.
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Sonderabschreibung nach § 7g EStG für Kleinunternehmen

Veröffentlicht in Expertenniveau, Know How, Rechnungswesen am 14. Mai 2011 von gm – Geben Sie den ersten Kommentar ab

Die seit 2008 neu geregelte Form der steuerlichen Investitionsförderung durch erhöhte Abschreibungen (§ 7g EStG) sorgt immer wieder für Unklarheiten. Daher ein kurzer Überblick der wesentlichen Eckpunkte und Rechenbeispiele.

Voraussetzung für die Möglichkeit zur Sonderabschreibung ist bei bilanzierenden Gewerbetreibenden und Selbständigen ein Betriebsvermögen von maximal 235.000 Euro. (Für Land- und Forstwirte gilt eine Obergrenze von 125.000 Wirtschaftswert.) Bei Anwendung der Einnahmen-Überschussrechnung gilt ein Gewinnmaximum von 100.000,- Euro.

Diese Grenzen wurden für die Jahre 2009 und 2010 durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz befristet auf 335.000,- Euro Betriebsvermögen (175.000,- Einheitswert für Land- und Forstwirte) bzw. 200.000,- Euro Gewinn erhöht. Seit 2011 gelten wieder die ursprünglichen Grenzen.

Die Sonderabschreibung kann für bewegliche (also nicht für Gebäude oder Software-Systeme) Wirtschaftsgüter die (fast) ausschließlich betrieblich genutzt werden (also meist nicht für den auch privat genutzten Firmenwagen) vorgenommen werden. Die Bildung eines Investitionsabzugsbetrages ist nicht mehr Voraussetzung für die Sonderabschreibung. Der Abschreibungsbetrag von 20 % kann beliebig auf die insgesamt ersten 5 Jahre der Nutzung verteilt werden.

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Wachstumsbeschleunigungsgesetz verabschiedet

Veröffentlicht in Aktuelles, Expertenniveau, Rechnungswesen am 18. Dezember 2009 von gm – Geben Sie den ersten Kommentar ab

Heute (18. Dezember 2009) erfolgte die noch ausstehende Zustimmung des Bundesrates zum “Wachstumsbeschleunigungsgesetz”, damit kann das Gesetzt planmäßig zum 1. Januar 2010 in Kraft treten.

Das Gesetz führt wahlweise die volle Abschreibung von GWG bis 410,- Euro wieder ein. Für Übernachtungen in Hotels und Gaststätten (“Beherbergungsleistungen”) gilt künftig der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 %, während für Bewirtung (als beispielsweise das Frühstück im Hotel) weiterhin die vollen 19 % Steuer anfallen.

Für Unternehmen wurden die Möglichkeiten zum Verlustabzug (insbesondere bei konzerninterner Umgliederung) verbessert, ein Vortrag des nicht genutzten EBITDA im Rahmen der Zinsschranke (deren Freigrenze nun dauerhaft auf 3 Mio. Euro erhöht wurde) sowie Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer für Umstrukturierungen eingeführt.

Nach Einschätzung der Regierung soll das Gesetz über die nächsten 5 Jahre zu einer Steuerentlastung von fast 40 Mrd. Euro führen.

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Sofortabschreibung für Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) bis 410,- Euro ab 2010 wieder eingeführt

Veröffentlicht in Aktuelles, Expertenniveau, Know How, Rechnungswesen am 9. Dezember 2009 von gm – Geben Sie den ersten Kommentar ab

Am 4. Dezember 2009 hat der Bundestag den Gesetzesentwurf des “Wachstumsbeschleunigungsgesetzes” verabschiedet. Wenn das Gesetz planmäßig den Bundesrat passiert, wird die alte Regelung für die Sofortabschreibung von so genannten “Geringwertigen Wirtschaftsgütern” (GWG) ab 2010 wieder möglich sein. Die bisher geltende Regelung, GWG bis 1.000,- Euro über 5 Jahre in einem Sammelposten abzuschreiben, bleibt als Wahlmöglichkeit erhalten.

Damit wird die steuerliche Behandlung von GWG bis 410,- Euro Anschaffungskosten wie sie bis 2007 möglich war ab 2010 wieder eingeführt. Die selbständig nutzbaren Gegenstände werden in einem Verzeichnis geführt und im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben.

Die Regelung für Gegenstände bis 150,- Euro, die erst gar nicht als Anlagen erfasst sondern direkt als Aufwand verbucht werden, bleibt bestehen.

Die in den Jahren 2008 und 2009 angeschafften GWG (bis 1.000,- Euro) wurden zwingend in einem so genannten Sammelposten des Anschaffungsjahres erfasst und linear über 5 Jahre abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen oder Abgänge werden steuerlich nicht erfasst. Daher war diese Regelung immer umstritten. Allerdings kann dies zu einer Vereinfachung der Buchhaltung führen, da die Gegenstände nicht in einem separaten Verzeichnis zu führen sind. Außerdem sind für diese Gegenstände keine einzelnen Abschreibungspläne zu erstellen, da nur der gesamte Sammelposten des Jahres abgeschrieben wird.

Unternehmen können also künftig selbst entscheiden, ob Sie ab 2010 zur alten 410-Euro-Regelung zurückkehren oder die 1000-Euro-Sammelposten-Regelung beibehalten.

Den Gesetzestext finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Finanzen

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Willkommen in der Welt der Wirtschaft

Veröffentlicht in Allgemeines am 5. Dezember 2009 von admin – Geben Sie den ersten Kommentar ab

Noch ein Blog? Ja, genau. Gerade jetzt, in Anbetracht unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung sind viele Menschen beim Thema Wirtschaft verunsichert. Denn leider wird in einer solchen Zeit auch viel Unfug verbreitet. Gegen Fehlinformation hilft nur Wissen, und das finden Sie hier.

Dieses deutsche Wirtschafts-Blog bietet Ihnen eine Informationsplattform zu aktuellen wirtschaftlichen Themen, mit Hintergrundinformationen (Was sie schon immer über Wirtschaft wissen wollten, sich aber nie zu fragen getraut haben) und der Möglichkeit zu Diskutieren.

Viel Freude an interessanten Themen in einer spannenden Zeit wünscht Ihnen

Gerhard Mattner